Sinnesorgane

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Sinnesorgane

Der Mensch hat fünf klassische Sinnesorgane – und darüber hinaus weitere Sinne, die oft nicht so bekannt sind. In der Sterbephase verändern sich diese Sinne, einige werden empfindlicher, andere schwächen sich ab oder gehen ganz verloren. Diese Veränderungen sind individuell, aber es lassen sich typische Muster erkennen.

🧠 Die fünf klassischen Sinne und ihre Veränderungen beim Sterben:

  1. Tastsinn (Berührung, Hautwahrnehmung)
  • Was bleibt: Der Tastsinn ist oft bis zuletzt besonders empfindlich. Sanfte Berührungen – z. B. an der Hand oder Stirn – werden als wohltuend, beruhigend und tröstlich empfunden.
  • Veränderung: Die Haut kann überempfindlich auf Kälte, Druck oder grobe Bewegungen reagieren.
  • Wichtig: Sanftes Streicheln, warme Umschläge, leichte Massagen spenden Trost.

  1. Hörsinn (Gehör)
  • Was bleibt: Das Gehör ist in der Regel der letzte Sinn, der sich verabschiedet. Auch wenn der sterbende Mensch nicht mehr reagiert, kann er hören.
  • Veränderung: Laute oder schrille Geräusche können verstörend wirken.
  • Wichtig: Sprich mit dem Menschen – auch wenn er nicht antwortet. Deine Stimme kann Sicherheit schenken.

  1. Geruchssinn
  • Was bleibt: Der Geruchssinn kann in der Sterbephase extrem sensibel sein.
  • Veränderung: Selbst schwache Gerüche wie Parfum, Essen oder Reinigungsmittel können als unangenehm oder überwältigend empfunden werden.
  • Wichtig: Eine möglichst geruchsarme Umgebung (z. B. frische Luft, keine Duftkerzen) ist hilfreich.

  1. Sehsinn
  • Was bleibt: Das Sehen verschlechtert sich zunehmend. Menschen sehen oft verschwommen oder nur noch Licht und Schatten.
  • Veränderung: Viele sind lichtempfindlich, blinzeln oder schließen die Augen.
  • Wichtig: Gedämpftes Licht, ruhige Farben, Vermeidung von grellem oder flackerndem Licht tun gut.

  1. Geschmackssinn
  • Was bleibt: Der Geschmackssinn nimmt ab, oft ist das Essen nicht mehr wichtig.
  • Veränderung: Es kann zu Ablehnung bestimmter Geschmäcker oder Texturen kommen.
  • Wichtig: Kleine Lieblingsspeisen oder -getränke (z. B. ein Löffel Eis, ein Schluck Saft) können Freude schenken – aber nur, wenn der Mensch es wünscht.

🌟 Weitere Sinne, die sich verändern:

  1. Gleichgewichtssinn (Vestibulärer Sinn)
  • Verändert sich stark: Der Körper wird schwächer, Bewegungen fallen schwer, das Liegen wird zur natürlichen Haltung.

  1. Körperschema / Tiefensensibilität
  • Viele Sterbende verlieren das Gefühl für die eigene Körpergrenze – das kann zu Unruhe oder Desorientierung führen.

Fazit: In der Sterbephase wird der Mensch oft besonders empfindsam – für Reize, aber auch für Stille, Nähe und Berührung. Während manche Sinne sich zurückziehen, treten andere stärker in den Vordergrund. Was bleibt, ist das Bedürfnis nach Würde, Ruhe und liebevoller Zuwendung.

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