Spezielle Pflegemaßnahmen im Sterbeprozess

Spezielle Pflegemaßnahmen im Sterbeprozess

Beim sterbenden Menschen kommen manchmal zu der Grunderkrankung noch weitere Folgeerkrankungen hinzu (z.B. Infektionen, Beeinträchtigung von Organfunktionen), die der pflegerischen Handlung bedürfen. Die häufigsten Beschwerden sind:

  • Schmerzen

Schmerzen des Patienten, die durch die Grunderkrankung selbst oder als Folgen einer langen Bettlägerigkeit (trotz aller Prophylaxe) nicht ausgeschlossen werden können, gehören zu den schlimmsten Erfahrungen des sterbenden Patienten und seiner Angehörigen. Die Effektivität der Maßnahmen zur Schmerzlinderung wird regelmäßig überprüft und mit den behandelnden Ärzten und Therapeuten abgestimmt.

  • Atemnot

Die wachsende Atemnot, ist ein Symptom des Sterbens schlechthin und wird von den Betroffenen und seiner Umwelt als extrem beängstigend empfunden. Zur Linderung sind bei rasch auftretender Atemnot unter Umständen Medikamente notwendig. Auch nicht-pharmakologische Behandlungsmöglichkeiten können sehr wirksam sein (Lagerung, Atemtherapie).

  • Schwäche

Der zunehmende Kräfteverlust der Sterbenden ist durch die beste Behandlung und Pflege nicht zu vermeiden und hat unterschiedliche und äußerlich häufig kaum klar erkennbare Ursachen. Vom Arzt verordnete Medikamente können Wohlbefinden und Appetit des Sterbenden steigern. Physiotherapie und aktivierende Pflege signalisieren, dass wir dem Sterbenden zutrauen, im Rahmen seiner Möglichkeiten aktiv zu bleiben und dass wir ihn nicht aufgegeben haben.

  • Appetitlosigkeit

Appetitlosigkeit wird durch verschiedene Faktoren verursacht. Sterbende dürfen, unabhängig von ihren Erkrankungen und Diäten, je nach Appetit alle Wünsche äußern.

  • Übelkeit und Erbrechen

Oftmals sind die Symptome die Folge der Einnahme anderer Medikamente (Opioide), die dann auch entsprechend symptomatisch nach ärztlicher Verordnung behandelt werden.

  • Schlafstörungen

Die Ursachen von Schlafstörungen können körperlicher und/oder seelischer Natur sein. Die erfolgreiche Behandlung der körperlichen Symptome kann auch den Schlaf verbessern. Viele Menschen haben Angst, im Schlaf zu sterben – es ist diese Furcht, die die Schlafstörung auslöst oder ihr vielleicht sogar zugrunde liegt. Diese Linderung der Ängste und Bedrückungen durch das vertraute Gespräch kann durch die Gabe von Psychopharmaka gemäß einer ärztlichen Verordnung unterstützt werden.

  • Müdigkeit

Oft leiden die Sterbenden unter Müdigkeit und Erschöpfung, die mit dem allgemeinen Verlust der Lebenskraft einhergeht. Daher planen wir in unserem Pflegeplan ausreichende Schlaf- und Ruhezeiten ein. Wir gestalten das Lebens- und Pflegeumfeld so, dass mögliche Störungen weitestgehend vermieden werden können.

  • Mund- und Augenpflege

Die Austrocknung der Schleimhäute ist für den Patienten nicht nur unangenehm, sondern auch schmerzhaft-belastend. Die Mundpflege nimmt dem Sterbenden zum Teil das Durstgefühl, wenn er nicht mehr selbst trinken kann.

Der sterbende Mensch verliert unter Umständen ganz elementare Schutzreflexe. Wenn zum Beispiel keine Lidbewegung mehr vorhanden ist, werden regelmäßig Augentropfen gegeben.

Ärztliche Versorgung

Für die medizinische Versorgung beschäftigt das Hospiz keinen eigenen Arzt; betreut werden die Patienten auch nach ihrer Aufnahme in das stationäre Hospiz in der Regel durch ihre Hausärzte und/oder durch externe, ausgewiesene Palliativmediziner, die dem Hospiz bei Bedarf zur Verfügung stehen.

Wir streben eine Verbundlösung in Zusammenarbeit mit Hausärzten, palliativmedizinisch tätigen Ärzten in Mahlow & Umgebung und den umliegenden Krankenhäusern an. Wir wollen das bereits bestehende, gewachsene Netz der Patientenversorgung nutzen. Gleichzeitig sind wir bestrebt, selbst zur Stabilisierung und zum Ausbau des Netzwerkes beizutragen.

Unsere Kontaktdaten

Telefon: 03379 4490623
E-Mail: a.henrion@hospiz-ipek.com oder
f.beckmann@hospiz-ipek.com

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